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Therapeutika im Überblick | PCO-Syndrom

Behandlung des polycystischen Ovar (PCO)-Syndroms (PCOS)

Orale Kontrazeptiva (Antibabypille)

Orale Kontrazeptiva (Anti-Baby Pille) werden am häufigsten in der Behandlung von Frauen mit PCO-Syndrom eingesetzt, um einen normalen Zyklus zu induzieren. Zusätzlich schützen sie die Gebärmutterschleimhaut vor einem krankhaften Wachstum, in dem eine monatliche Blutung ausgelöst wird. Weiters sind bestimmte orale Kontrazeptiva effektiv in der Behandlung von Hirsutismus (zu starke Körperbehaarung) und Akne.

Frauen mit PCO-Syndrom können auch ohne Therapie einen Eisprung haben, orale Kontrazpetiva schützen diese Frauen im Bedarfsfall vor einer Schwangerschaft. Obwohl die Antibabypille monatliche Blutungen erzeugt, heißt das nicht, dass das PCO-Syndrom dadurch kausal, d.h. an der Wurzel, behandelt wird. Vielmehr ist eine Therapie mit einer Anti-Baby-Pille eine rein symptomatische Behandlung. Die unregelmäßigen Regelblutungen beginnen üblicherweise, sobald die Pille abgesetzt ist. Bevor mit einer Anti-Baby-Pille begonnen wird, sollte eine gynäkologische Untersuchung mit einem PAP-Abstrich durchgeführt werden. Sollte die letzte Blutung länger als sechs Wochen zurückliegen, ist eine Auslösung einer Regelblutung mit einem Hormon namens Medroxy-Progesteron-Azetat sinnvoll.

Nebenwirkungen der Antibabypille sind ein Ausbleiben der Regelblutung oder Zwischenblutungen. Zwischenblutungen verschwinden üblicherweise von selber nach einigen Regelblutungen. Viele Frauen machen sich Sorgen, dass sie unter der Pille Gewicht zunehmen. Dies trifft jedoch nicht auf die neuen Niedrig-Östrogen-Pillen zu. Weitere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Brustspannen und Völlegefühl. Diese Beschwerden bessern sich fast immer nach zwei bis drei Monaten. In seltenen Fällen muss auf ein anderes Präparat umgestiegen werden. Die Antibabypille ist sehr sicher und effektiv, kann jedoch in manchen Fällen den Blutdruck erhöhen, Cholesterin und Blutzucker und Insulinspiegel anheben. Dies macht normalerweise bei gesunden Frauen nichts, kann jedoch bei manchen Frauen mit PCO, die zusätzlich an Fettleibigkeit leiden, ein Problem darstellen. Daher ist es wichtig, dass Frauen in regelmäßiger Kontrolle beim Gynäkologen bleiben. Bei manchen Frauen ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen Blutdruck zu messen und Blutzucker und Blutcholesterinwerte zu überprüfen. Die Anti-Baby-Pille erhöht minimal das Risiko für eine Thrombose (Blutgerinnsel). Dies ist jedoch bei jungen Frauen eine seltene Komplikation. Das Risiko ist höher bei Frauen über 35 Jahren und bei Raucherinnen.

Gelbkörperhormone

Eine andere Möglichkeit Zyklusunregelmäßigkeiten zu behandeln ist die regelmäßige Einnahme von Gestagenen (Gelbkörperhormone) über 10-14 Tage pro Zyklus. Dies führt bei fast allen Frauen mit PCO-Syndrom zu einer Regelblutung. Diese Behandlung hilft jedoch nicht gegen kosmetische Probleme (zu starker Haarwuchs und Akne) und ist natürlich keine Konzeptionsschutz.

"Gewichtsabnahme"

Sehr wichtig zu betonen ist, dass ein Gewichtsverlust bei vielen Frauen mit PCOS zur Normalisierung der Blutungen führt. So können z.B. übergewichtige Frauen mit PCO-Syndrom, die lediglich 5-10% ihres Gewichtes abnehmen, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit regelmäßigen Blutungen ohne medikamentöse Therapie rechnen.

Insulin-Sensitizer

Metformin ist ein Medikament, das die Glukose (Zucker)-aufnahme in die Zellen anregt und zu einer verbesserten Wirkung von Insulin führt. Normalerweise wird Metformin in der Behandlung des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) eingesetzt. Es wurde in den letzten Jahren jedoch ein auch bedeutender Effekt in der Behandlung des PCO-Syndroms festgestellt. Eine Behandlung mit Metformin hilft bei ungefähr der Hälfte aller Patientinnen mit PCO-Syndrom normale Regelblutungen zu erreichen. Blutspiegel von männlichen Geschlechtshormonen werden ebenso durch eine Therapie mit Metformin verringert.

Eine weniger gute Wirkung ist bei Hirsutismus und Akne zu erreichen. Weiters ist Metformin natürlich kein Kontrazeptivum. Im Gegenteil, es kann bei vielen Frauen mit PCO-Syndrom einen normalen Eisprung induzieren. Aus diesem Grund wird dieses Medikament bei Frauen mit vorhandenem Kinderwunsch und PCO-Syndrom oftmals erfolgreich eingesetzt. Weiters kann Metformin einen etwaig geplanten Gewichtsverlust unterstützen.

Kinderwunschbehandlung

Frauen mit PCO-Syndrom haben relativ häufig Probleme schwanger zu werden. Am Anfang einer Behandlung steht die Abklärung sowohl der Patientin als auch des Partners. Diese Abklärung beinhaltet mehrere Blutuntersuchungen, Infektionsabstrich-Entnahmen, Ultraschall, Krebsabstrich, sowie ein Spermiogramm des Partners. Eine häufige Ursache der Unfruchtbarkeit bei Frauen mit PCO-Syndrom ist das Ausbleiben eines regelmäßigen Eisprungs. Dies kann einfach mit einem Streifchen-Urin Test ähnlich wie ein Schwangerschaftstest überprüft werden (Ovulations-Monitoring) Prinzipiell gibt es in diesem Fall drei Behandlungsmöglichkeiten, einen Eisprung zu erzeugen und somit eine Schwangerschaft zu erreichen. Es gilt zu betonen, dass eine auch nur mäßiggradige Gewichtsabnahme diese Behandlungen effektiver gestaltet.

Clomiphen-Citrat

Die am längsten gebräuchlichste Medikament in der Behandlung der Unfruchtbarkeit ist Clomiphen-Citrat, das in 80% aller Patientinnen mit PCO-Syndrom zu einem Eisprung führt, 50% aller betroffenen Patientinnen werden unter dieser Therapie schwanger. Bei Frauen, die Clomiphencitrat einnehmen, kann ein Eisprung mittels Blut- bzw. Urintest bestätigt werden. Falls die ursprünglich verschriebene Dosis nicht zu einem Eisprung führt, kann auch eine höhere Dosis verordnet werden. Das vorher erwähnte Medikament Metformin verbessert üblicherweise die Effektivität einer Therapie mit Clomiphen und kann gleichzeitig eingesetzt werden.

Gonadotropin

Falls Patientinnen mit PCO unter einer Clomiphen -Therapie keinen Eisprung haben, können Gonadotropine eingesetzt werden. Diese sind das luthenisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH). Ein Therapie mit diesen sogenannten Gonadotropinen führt bei fast allen Frauen zu einem Eisprung und bei 60% aller Patientinnen zu einer Schwangerschaft.

Beide Therapien mit Clomiphen bzw. Gonadotropinen haben als "Nebenwirkung" eine erhöhte Zwillings- und Drillingsschwangerschaft. Dies ist unbedingt vor Beginn der Therapie zu erwähnen.